07. November 2016




07. November 2016 - Black Lives Matter!


Es sind aufregende Zeiten. In Amerika droht ein kultureller sowie politischer Wandel, der uns alle betreffen wird. Und Batman war gestern bei Anne Will zu Gast. Aber eins nach dem anderen.

Donald Trump wird der nächste Präsident der USA. Das hat mir auch Hila… Hille… der Reptiloid Clinton via Mail bestätigt. Und auch, wenn so manche sich hierzulande daran immer noch aufgeilen und mit nahezu theatralischem Unverständnis und „Gott, sind die Amerikaner blöd“ (Zit. meiner Tante) reagieren, so ist es doch eine logische Konsequenz des kulturell-historischen Werdegangs der USA seit 2001 respektive 2008.

Türme, Terror, Terror, „TERROR!“ (Zit. G. W. Bush); ihr erinnert euch. Denn hatte die allgemeine Panikmache der letzten 15 Jahre neben angenehmen Effekten wie steigenden Ölpreisen und der Entstehung neuer Kolonial-Erlebnisparks in Afghanistan oder Irak auch düstere Auswirkungen: einen stetigen Anstieg von Rassismus mit faschistischen Auswüchsen in allen Gesellschaften der gesamten Welt. Fünfzehn Jahre Prägung (Kopftuch = Bombe) vertragen sich da nur schwer mit dem US-amerikanischen Dollarimperialismus und Selbstverständnis der weißen Mittelschicht, die sich in vielen Aspekten von der Regierung der vergangen acht Jahre in der Bewältigung kultureller und wirtschaftlicher Krisen so alleine gelassen fühlt. Und jetzt kommt die Neuigkeit: ist es da so schwer zu verstehen, dass ein toupierter Brüllaffe, der nach Schließung und Abschottung schreit, in der Wählergunst eben genau dieser Schichten punktet?

Lassen wir den USA ihren tief verwurzelten Rassismus. Denn wie schreibt Georg Diez im Tittenmagazin Spiegel (von dem ich im Übrigen nahezu alle Elemente dieses notdürftig zusammengezimmerten Bulletins geklaut habe) völlig richtig: was haben die weißen Amerikaner denn sonst?

Von Bedeutung sind hier vor allem die vergangenen acht Jahre. Die Jahre eines schwarzen Präsidenten; die Jahre, die mit Globalisierung vs. Wirtschaftskrise einhergingen, verbunden mit einem gewaltigen Rechtsruck der Konservativen (man möge sich erinnern, wie gemäßigt ein Bush doch im Vergleich zu Donald war…) und einer demokratischen Partei, welche ihre ehemalige Kernwählerschaft in der Konfrontation mit diesen teils existentiellen Problemen so rücksichtslos im Stich ließ.

Trump als Präsident – der Aufräumer, der weiße Geschäftsmann, der die USA selbst wieder an erste Stelle der eigenen politischen Interessen setzt. Rücksichtslos und konsequent. Das klingt historisch und kulturell betrachtet schlichtweg logisch. Warum es für uns wichtig ist, diese Zusammenhänge zu verstehen? Nun ja – hierzulande verhält es sich gar nicht mal so anders; siehe Zerfall der SPD, Aufstieg der AfD etc.

Gegen Trump als Präsident spricht eine Menge – auch für die gar nicht so doofen Amerikaner. Leider spricht nur wenig für eine Präsidentin Clinton. Clinton bedeutet für viele Menschen einfach keine Veränderung; schlimmer noch: sie ist das mutmaßlich kriminelle Sinnbild einer rufgeschädigten Regierung der vergangenen acht Jahre. Sie passt schlichtweg nicht zur kulturellen Bewegung dieser Nation.

Was wird nun die Konsequenz des 8. November sein? Zunächst einmal wird es teuer; denn egal ob der Reptiloid Clinton oder MC Hammer Präsident wird: beide haben bereits angekündigt die militärische Präsenz innerhalb der Nato zurückzufahren. Die USA werden sich vor allem wieder sich selbst widmen. Ihr gutes Recht; immerhin kommen die wenigsten europäischen Nationen der in der Nato vereinbarten Ausgabe von zwei Prozent ihres BIP für Militärausgaben nach (Deutschland: 1,3 %). Diese Lücke, die die USA hinterlassen wird, muss gefüllt werden. Und da in Europa nur ein Land den Ruf hat, finanziell gesund dazustehen, wird Ursula bald weitere Milliarden erhalten, die sie für technisch nicht-wartungsfreie Helikopter oder Korvetten mit serienmäßigem Getriebeschaden ausgeben kann. Die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen werden leiden, ist man doch in beiden US-politischen Lagern mit der aktuellen Konstellation inkl. deutlichem Export-Plus seitens der BRD höchst unzufrieden. Auch werden TTP und TTIP gestrichen, wie auch der Ausstieg aus internationalen Klimaprogrammen nicht unwahrscheinlich sein dürfte.

Die hauptsächliche Konsequenz einer möglichen Regentschaft Trumps jedoch dürfte vielen neu sein: die Konsequenz, dass politisch nichts geschehen wird. Und das ist wörtlich gemeint; denn während die halbe Welt vor neuen Weltkriegen zwischen den Trump-USA i.V.m. der Nato, Russland und Mexiko bangt, ist eines eher wahrscheinlich: US-politischer Stillstand nach innen wie außen. Trump wird mit den wenigsten seiner irren Versprechen durchkommen. Schlimmer noch: er wird im Prinzip das tun, was er auch in der privaten Wirtschaft betreibt: Branding. Die Innen- und Außenpolitik wird seinem Vize überlassen werden; das sickerte schon bei der Kandidatensuche durch Eric Trump durch. Trump verleiht seinen Namen und verdient – das Tagesgeschäft übernehmen andere.

Politisch und kulturell wird die Entwicklung der USA stagnieren. That’s it. Und in vier Jahren darf die Welt dann Michelle Obama als neue US-Präsidentin begrüßen. Denn merke: Geschichte wiederholt sich immer.

Weitere Keywords der Stunde: politischer Islam (!), Schlitzaugen-Oettinger, AfD Vollidioten, Autobahnmaut, Steinmeier, Erdogan, Klimavertrag, Brexit und die Welt ist eine Scheibe. Macht aber alles keinen Spaß.

 

In diesem Sinne: grab her by the pussy! 
Conrad Schepers, Vorsitz KV Leer (Ostfriesland)